Natur- und Vogelschutz Verein Kilchberg

Nistblock

Aktiver Naturschutz

Wildbienen Nistblock

Wer den Wildbienen helfen möchte kann ihnen selbstgebaute Nisthilfen anbieten. Ausserdem kann man im Garten oder auf dem Balkon verschiedene einheimsche Wildstauden pflanzen. Viele dieser Wildstauden gedeihen auch in Blumenkisten- und Töpfen sehr gut. Glockenblume, Fingerkraut, Ziest, Flockenblume oder auch Kräuter wie Melisse, Thymian, Pefferminze sind gleichzeitig Festschmaus für die Wildbienen und Augenschmaus für den Menschen. Mit der Zeit werden sich weitere seltene und farbenprächtige Gäste einfinden wie Schmetterlinge, Heuschrecken, Grillen und Marienkäfer.

Was sind Wildbienen und wovon leben sie ?

Wildbienen sind nicht etwa wildgewordene Honigbienen, sondern kleine wildlebende Bienenarten. Davon gibt es etwa 550 in der Schweiz. Die meisten leben als Eingelgänger und werden kaum bemerkt. Viele von ihnen sind bereits recht selten geworden weil oft Nahrung und geeigneter Wohnraum fehlen. In Gedüngten Wiesen und sterilen Rasenflächen wachsen fast keine Blumen, so dass die Wildbienen zu wenig Nektar finden. Auch auf fremdländischen Sträuchern und Balkonblumen wie etwa Forsythie und Geranien finden die Wildbienen keine Nahrung. Am liebsten hätten sie viele verschiene und vorallem einheimische Blumen und Sträucher. Ausserdem benötigen sie Wohnraum für ihre Nachkommen wie z.B. morsche Bäume mit "Wurmlöchern", Pflanzenstengel die nicht bodeneben abgeschnitten sind, oder ganz einfach einen etwas weniger aufgeräumten Gartenteil.

Uebrigens: Vor Stichen braucht man sich nicht zu fürchten. Weibchen besitzen zwar einen Stachel, aber gegen Menschen brauchen sie ihn nicht. Sie leben einzeln (Solitärbienen) und brauchen daher auch keinen Staat zu verteidigen.

Material, Werkzeug und Anleitung

Für einen Wildbienenblock braucht es nicht viel. Einen Holzklotz am besten aus Hartholz (Buche, Esche, Eiche oder so), eine Bohrmaschine und einige Bohrer (Ø4mm, Ø6mm und Ø8mm).

Bohren Sie verschiedene Löcher in den Holzblock. Die Löcher sollen etwa 4 bis 5 Zentimeter tief sein, dürfen aber auf der Rückseite nicht offen sein (Sacklöcher). Die verschiedenen Lochdurchmesser werden von unterschiedlichen Wildbienenarten belegt. Es Lochdurchmesser von 3 bis 8mm sinnvoll. Wenn der ganze Holzblock "gelöchert" ist, ist er fertig und kann aufgestellt werden.

Aufstellungsort

Am besten eignen sich Fenstersimse auf der Südost- oder Südseite des Hauses. Stellen Sie den Nistblock so auf, dass Sie vom Fenster aus die Löcher sehen können. So können Sie die ein- und ausfliegenden Wildbienen beobachten und die verschiedenen Verschlussdeckel sehen.
Lassen Sie den Nistblock mindestens ein Jahr am selben Ort. Wildbienen d.h. deren Eier überwintern in ihren Nistkammern und schlüpfen im Frühling als fertige Bienen aus.

Je mehr einheimische Blumenarten im Garten oder auf dem Balkon vorhanden sind,
desto mehr Wildbienenarten werden den Nistblock benutzen.

Liste einheimischer Wildstauden

Weitere Nistblockvarianten

Nistblöcke speziell für Mauerbienen können auch aus Gibs oder Schamottsteinen angefertigt werden. Verwenden Sie in diesem Fall aber einen Steinbohrer.
Ebenfalls von Wildbienen angenommen werden Bündel aus Schilfrohren oder anderen holhlen Stengeln.

Martin Heusser, Natur- und Vogelschutz Verein Kilchberg

http://www.nvkilchberg.ch/aktiv/wildbienen.html